Afrika-Sammlung

Die Afrika Sammlung Fritz Koenigs gehört zu den weltweit namenhaften privaten Kollektionen. Eine Reihe ihrer bedeutendsten Stücke war in der Vergangenheit auf mehreren Ausstellungen, unter anderem der 1995/96 in London, Berlin und New York gezeigten Schau "Afrika – Die Kunst eines Kontinents", zu sehen. Aber nicht nur ihre Spitzenstücke sind interessant, gerade als Ensemble hat sie große Bedeutung.

Der Beginn dieser Sammlung liegt lange zurück: Im Jahr 1951 begegnet Fritz Koenig, damals Student der Münchner Akademie der Bildenden Künste, im Rahmen eines Frankreich-Stipendiums in Paris erstmals afrikanischer Plastik. Er erwarb dort sein erstes Stück "Afrika", eine Figur der Fon aus Gelbguss (Republik Benin). Es war der Beginn einer leidenschaftlichen, kontinuierlichen Sammeltätigkeit, die bis heute andauert.

Neben figürlichen Eisenplastiken, die den Weltrang der Sammlung begründen, gehören Masken und Skulpturen aus Holz, Objekte aus Stein und Ton, Textilien von großer graphischer Schönheit und Arbeiten aus Leder, Bein und Pflanzenfasern der Sammlung an. Allein die Materialvielfalt verrät, dass es sich um die Sammlung eines Künstlers handelt. Fritz Koenig steht dabei in der Tradition von Künstlern der Klassischen Moderne, deren große Leistung darin bestand, die afrikanischen Bildwerke als Kunstwerk zu begreifen und ihnen die gebührende Achtung entgegenzubringen. Im 20. Jahrhundert sind viele afrikanische Kunstwerke unumkehrbar zu einem Teil der europäischen Kulturgeschichte geworden.

Der Sammler Fritz Koenig, der sich den afrikanischen Bildwerken mit dem Auge und dem haptischen Empfinden des bildnerischen Menschen nähert, wählt die Stücke für seine Sammlung weder nach ethnologischen Kriterien noch im Bemühen um wissenschaftliche Vollständigkeit aus. Koenig suchte alle Objekte nach ihrer individuellen Überzeugungskraft aus. Dabei spielten die handwerkliche Leistung, das Formempfinden und das materialgerechte Arbeiten der meist anonymen afrikanischen Meister eine entscheidende Rolle.
Im Zentrum seines eigenen Schaffens steht für den Bildhauer Fritz Koenig die Figur des Menschen im Spannungsfeld seines irdischen Daseins. Er sucht – den Blick auf die menschliche Gestalt gerichtet – das Zeichenhafte, Allgemeingültige, Überdauernde dieser Existenz.
 Der Mensch als Zeichen, das beispielhaft für ein Prinzip der Verkörperung steht – dieses Verständnis teilt Fritz Koenig mit den Meistern der afrikanischen Kunst, und vielleicht findet auf dieser Ebene eine tiefere Verständigung zwischen dem Sammler und diesen Bildwerken statt.